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8. Dezember 2012 (Samstag)
Die Woche endet am Samstag
Der Chor gab zwei Konzerte in der Stadt Osnabrück

Heute endete die härteste Woche unserer Tour. Genau heute! Trotz der Tatsache, der Kalender Samstag anzeigt. Vier Tage in Folge gingen wir zweimal am Tag auf die Bühne. Obwohl während dieser Tage zusammen mit uns andere Künstler den Konzertraum teilten, wurden jeden Tag drei Stunden auf der Bühne verbracht. Das ist schwierig für Erwachsene, geschweige denn - für Kinder. Natürlich ist dies besonders hart für die Jungs, welche zum ersten Mal auf Tournee gingen. So geschah es dieses mal, dass wir die "Rekruten" sofort in die Schlacht geworfen haben. Die zwei Konzerte in Osnabrück waren die genaue Kopie der Auftritte im Bardowicker Dom. Einige Unterschiede waren jedoch noch vorhanden. Zunächst einmal die unterschiedliche Größe der Kirchen. Die Lutherische Kirche in Osnabrück ist weniger als halb so groß wie der Bardowicker Dom. Daher erklangen die Werke, die gestern noch im Bardowicker Dom erschallten, ertrinkend in dem riesigen Gewölbe, heute majestätisch und großartig und erfüllten den ganzen Raum der Kirche in Osnabrück.

Besonders stark spürten wir, den Gesang "Lacrimosa" von Mozart. Der zweite grundlegende Unterschied war die Beleuchtung. Im Gegensatz zu den schimmernden Lichtern im Bardowicker Dom wurde das ganze Konzert heute im Schatten gespielt. Scheinwerfer haben nur die Künstler beleuchtend hervorgehoben. Das Publikum war in völlige Dunkelheit getaucht. Es gab dem Konzert ein Geheimnis und eine Mystik, die nicht ganz mit der freudigen Weihnachtstradition im Einklang war. Aber das war die Idee der Organisatoren, und wir waren lediglich ein Teil der Umsetzung. Die Jungen waren sehr leicht zugänglich für das Umfeld, sie waren betroffen vom Schatten und kamen nach dem tiefen philosophischen Werk von Schumanns Klavierkonzert wieder "zurück ins Leben" - eine unmögliche Aufgabe. Ein kleiner Zufall hat dem Dirigenten geholfen, durch ein kleines Missgeschick des Geigers schwenkte die Stimmung der Jungen um.

Während des temperamentvollen Auftritts des Geigers Wladimir Bessonow ist auf seinem Bogen eine Saite gerissen und der Geiger spielte das Werk, mit der flatternden Saite – während sie ausgeklügelte Figuren in die Luft zeichnete, zu Ende. Die Kinder waren plötzlich wie verwandelt. Ihre Augen funkelten. Auf dem Gesicht war ein lächeln. Und jeder beobachtete gespannt, ob der Geiger die virtuose Darbietung bis zum Ende spielen kann. Und wenn auf dem Bogen die simulierten Geräusche zu hören waren, der Gesang der Vögel, die Bienen summten, es muhten Kühe, wussten die Kinder - das Glück hat keine Grenzen. Mit dieser Einstellung ist unser Programm voll mit Glanz und Inspiration. Das Publikum weigerte sich, den Chor von der Bühne zu lassen und Herbert Fricke, der Meister des Konzerts, hatte geplant, das Programm zu ändern und auf Wunsch des Publikums den Refrain zu singen und zusätzliche Arbeit für eine Zugabe zu geben.