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17. Dezember 2011 (Samstag)
Reißend schnell
Der Konzertchor gab drei Solokonzerte.

In der Malerei heißt es Triptychon, in der Literatur - Trilogie und in der Musik – verschiedene Varianten. Unsere Erzählung ist über das Leben, deswegen erlauben wir es uns, uns an keine Normen zu halten.

Oberflockenbach. Morgens im Hotel Rosa. Die fallenden Schneeflocken. Ungewöhnlich für diese Reise. Der Schnee fällt auf das grüne Gras, auf die Blumen und die Tannenzweige. Schon nach einer Stunde sehen wir aus unseren Fenstern die Zeichnung wie in den deutschen Märchen. Allmählich, am späten Vormittag, wird sie mit dem Regen abgewischt. Schade.

An der Tür des Esszimmers ist ein buntes Weihnachtsplakat. Die Familie Schmidt organisierte für die Einwohner der Stadt Oberflockenbach ein Konzert mit unserer Teilnahme. In einer kleinen Kirche bedanken wir uns ganz herzlich bei Hotelwirtsleuten und singen zu ihren Ehren das Lied „Die Rose“ von Amanda McBroom. Udo Haid, der nach Oberflockenbach speziell anreiste, erfüllt auf dem Konzert die Rolle des Conferenciers und alle werden wie immer von seiner Energie und seinem unversiegbaren Optimismus mitgerissen.

Frankfurt am Main. Das zweite Konzert im überfüllten Saal. Wir haben verwundert bemerkt, dass der Hauptsponsor des Frankfurter Doms - Herr Wisor - dem Konzert wieder beiwohnt. Das ist angenehm. Unter den Zuhörern sind die Eltern von Mischa Lintschewskij, eines unserer Zöglinge. Für Mischa ist das das letzte Gastspielkonzert. Morgen fliegt er nach Sank-Peterburg ab, um wieder in die Schule zu gehen. Die letzten zwei Tage war er sehr traurig. Er möchte nicht abreisen. So war aber die Vereinbarung mit den Eltern von Anfang an. Ach, diese Schule…..!

Leitershausen. Hier findet das Jubiläumkonzert des hervorragenden Dirigenten Volker Schneider statt. In diesem Jahr feierte er seinen 65. Geburtstag, seit 15 Jahre steht er mit unserem Chor in freundschaftlichem Kontakt.

Wir haben es eilig, darum steigen wir gleich nach dem Auftritt im Kaiserdom in den Bus ein, ohne unsere Konzertanzüge auszuziehen. Zum Glück kommen wir zum Jubiläum ohne Verspätung an.

Der riesige Sportsaal wurde in einen Konzertsaal umgebaut. Anwesend sind ca. 1000 Zuschauer, die meisten davon – Musiker. Wir machen uns Sorgen wegen der Akustik. Normalerweise ist es nicht leicht, in solchen Sälen zu singen. Zu unserem höchsten Erstaunen wird es schon mit dem ersten Akkord im lärmenden Saal ganz still, das Publikum hört uns zu, den Atem anhaltend. Jedes gesungene Werk löst einen stürmischen Beifall aus. Der Chor singt mit solchem Glanz und solcher Brillanz, so dass niemand auf den Gedanken kommt, dass es unser drittes Konzert für heute ist. Volker ist zufrieden. Wir überreichen ihm feierlich unsere Geschenke. Dem Konzert wohnen auch unsere Freunde Kuno Schnader und Walter Brandt bei. Das Konzert wird von Stefan Adler geführt.

Das Abendbrot haben wir an den einzelnen - speziell für uns vorbereiteten Tischen - zu uns genommen. Wir feiern bis 2 Uhr in die Nacht. Heute können wir uns das erlauben, weil die schwerste Konzertmission erfüllt ist.

Deutsche Version: Übersetzungsbüro «Flarus»